»Rückentwicklung von Bildungsverständnissen«

Bildungsdezernent der Landeskirche kritisiert "anachronistische Stufung von Schulfächern und Bildungsinhalten" in der Corona-Zeit in Sachsen: Religionsunterricht darf nicht nachrangig sein
(so)
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Schule, Tafel, Kinder
Im Unterricht zählen nicht nur Rechnen und Schreiben, sondern auch Herz und Seele. © Stux/pixabay

Der Bildungsdezernent der Landeskirche Sachsens, Burkart Pilz, wirft dem sächsischen Kultusministerium "eine Rückentwicklung von Bildungsverständnissen" vor. In einem "Zwischenruf über die Selbstverzwergung unseres Bildungsverständnisses", der dem SONNTAG vorliegt, beklagt der Oberlandeskirchenrat die Konzentration insbesondere der Grundschulen auf sogenannte Kernfächer. Vielmehr suchten Schüler "jetzt in Pandemie-Zeiten und deren Erschütterungen für das Leben der Kinder und Jugendlichen mehr denn je Orientierung", schreibt Pilz. Deshalb sei es bildungs- und gesellschaftspolitisch geboten, gerade die Sprach- und Deuteräume des Religions- und Ethikunterrichtes offen zu halten.

Im Februar hatte das sächsische Kultusministerium festgelegt, dass Grundschulen und der Primarbereich der Förderschulen "auf die Kernfächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und in Klassenstufe 4 Englisch fokussiert" sein sollen. "Die Sicherung der Grundlagen im Lesen, Schreiben und der Mathematik hat Priorität", hieß es. Diese Regelung wurde vor wenigen Tagen bestätigt und soll bis zum Schuljahresende gelten. Zugleich sollen die Lehrpläne ausgedünnt werden, um Lerndefizite auszugleichen.

Den Religionsunterricht treffe diese "Rückentwicklung von Bildungsverständnissen unmittelbar", kritisierte der Bildungsdezernent im Landeskirchenamt eine "anachronistische Stufung von Schulfächern und Bildungsinhalten". Auch in die Ausdünnung der Lehrpläne seien Kirchenvertreter bislang nicht eingebunden, so Burkart Pilz. "Letztlich ist offenbar die Perspektive auf Kunst- und Kultur wie auch die auf den Religionsunterricht geleitet von einem funktionalisierten und technokratischen Verständnis dessen, was ein Mensch zum Leben braucht." Auf diese Weise würde bei Kindern "ihre Seele verkommen, auch wenn sie mit Kompetenzen versorgt werden", heißt es abschließend.

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