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Sächsische Landeskirche wählt LKA-Präsidenten – so läuft die Wahl ab

Heute startet in Dresden die Wahl des neuen Präsidenten des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Die vier Kandidaten stellen sich auf einer Sondersynode der Landessynode in Dresden vor. Die Wahl des neuen Präsidenten ist für Samstag vorgesehen.
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Dr. Jördis Bürger, Stephan Gerstenberg, Friedrich Nollau und Hans-Peter Vollbach (v.l.n.r.) © evlks

Zum Präsidenten des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes Sachsens gewählt ist, wer mindestens zwei Drittel aller gültigen Stimmen auf sich vereinen kann. Ab dem dritten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Zwischen den einzelnen Wahlgängen muss laut sächsischem Kirchengesetz ein Zeitraum von mindestens drei Stunden liegen.

An einem Tag sind damit der Landeskirche zufolge bis zu fünf Wahlgänge möglich. Der Landeskirchenamtspräsident wird – wie der Landesbischof – für eine zwölfjährige Amtszeit gewählt. Die Kirchenleitung kann laut gesetzlicher Regelung bis zu drei Kandidaten vorschlagen. Daneben darf jedes Mitglied der sächsischen Synode, dem gesetzgebenden Organ der Landeskirche, einen Kandidaten für das Amt benennen. Ein solcher Vorschlag bedarf der Unterstützung durch mindestens neun weitere Mitglieder.

Die Wahl erfolgt geheim durch Stimmzettel. Die Landessynode ist nur beschlussfähig, wenn mindestens vier Fünftel ihrer Mitglieder anwesend sind. Die Wahlhandlung ist so oft zu wiederholen, bis ein Kandidat die notwendige Stimmenzahl erreicht hat. Stehen mehr als zwei Kandidaten zur Wahl und kommt die erforderliche Stimmenmehrheit auch im vierten Wahlgang nicht zustande, so stehen in den folgenden Wahlgängen nur noch die beiden Kandidaten mit den bis dahin meisten Stimmen zur Wahl.

Diese Kandidaten präsentieren sich heute zur Wahl:

Ministerialrat Stephan Gerstenberg: Der sächsische Ministerialrat Stephan Gerstenberg (52) stammt aus München. Seit 1995 lebt er in Sachsen. Seit 2018 ist er Referatsleiter für Lohnsteuer und Betriebsprüfung im sächsischen Finanzministerium in Dresden. Zuvor war er zehn Jahre Büroleiter des sächsischen Staatskanzleichefs, später Referatsleiter für Kabinetts- und Landtagsangelegenheiten. Bereits in den Jahren 2000 bis 2007 war er als Referent im sächsischen Finanzministerium tätig.  Gerstenberg studierte von 1986 an Rechtswissenschaften in München und Passau. Im Wintersemester 1990 übernahm er eine Assistenz an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Nach dem ersten Juristischen Staatsexamen, dem Rechtsreferendariat in Bayern und dem zweiten Examen 1995 war er zunächst als Rechtsanwalt in einer Dresdner Kanzlei angestellt. Von 1996 an leitete er das Sachgebiet Betriebsprüfung in den Finanzämtern Freital, Meißen und Dresden. Danach wechselte er zur Sächsischen Aufbaubank. Gerstenberg ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt in Radebeul. Zur Wahl wurde er vom Radebeuler Pfarrer und Synodalen Christian Mendt vorgeschlagen und ausreichend von weiteren Synodalen unterstützt.

Friedrich Nollau: Der Jurist Friedrich Nollau (45) stammt aus dem württembergischen Leonberg. Seit 1996 lebt er in Sachsen. In Leipzig ist er derzeit Leiter für Sonderprojekte im Kaufmännischen Ressort bei der Verbundnetz Gas AG und unter anderem für Organisationsentwicklung zuständig. Nollau studierte von 1993 bis 1999 Rechtswissenschaften in Tübingen und Leipzig sowie im niederländischen Leiden. Nach dem ersten Juristischen Staatsexamen war er als Referendar am Landgericht Leipzig tätig. Von 1999 bis 2001 absolvierte er ebenfalls in Leipzig ein Master-Aufbaustudium im Fach "Recht der europäischen Integration". Nach dem zweiten Examen erhielt er 2002 die Zulassung als Rechtsanwalt. Nollau absolvierte zudem einen Aufbaustudiengang »Management for the Legal Profession« an der Universität St. Gallen (Schweiz) mit Schwerpunkt Strategisches Management, Kundenorientierung und Organisation. Bei der Verbundnetz Gas hatte er 2003 die Abteilung für Energiewirtschaftsrecht übernommen, anschließend war er in dem Unternehmen in weiteren leitenden Funktionen tätig. Nach einem Sabbatjahr übernahm er dort 2017 die Leitungsfunktion im Kaufmännischen Ressort.  Seit 2014 ist Nollau Vorsitzender des Kirchenvorstands der Evangelisch-Lutherischen Marienkirchgemeinde Leipzig-Stötteritz, wo er mit seiner Familie wohnt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Der Kandidat wurde vom Leipziger Superintendenten und sächsischen Synodalen, Martin Henker, zur Wahl vorgeschlagen und ausreichend unterstützt von weiteren Mitgliedern der Synode.

Oberlandeskirchenrat Hans-Peter Vollbach: Der Braunschweiger Oberlandeskirchenrat Hans-Peter Vollbach (47) stammt aus Sachsen. Von 1987 bis 1991 studierte er zunächst an der Leipziger Hochschule für Musik Violoncello und schloss die Ausbildung als Diplom-Orchestermusiker ab. Danach war er ein Jahr als Cellist am Landestheater Altenburg tätig. Vollbach studierte zudem Rechtswissenschaften in Leipzig und Jena. Nach dem ersten Juristischen Staatsexamen im Jahr 2000 absolvierte er ein Rechtsreferendariat in Erfurt, nach dem zweiten Examen arbeitete er in einer Weimarer Rechtsanwaltskanzlei. 2003 wechselte er nach Gardelegen zur Provinzial-Sächsischen Genossenschaft des Johanniterordens. Als Justiziar war er dort mit der Erstellung betriebswirtschaftlicher Standortanalysen befasst. Zuvor war er von 2004 an im sächsischen Landeskirchenamt in Dresden als Referent für Dienst-, Besoldungs- und Versorgungsrecht tätig. Vollbach lebt seit 2006 in Braunschweig. Er ist Mitglied des Landeskirchenamtes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Leiter der Rechtsabteilung und Mitglied der Kirchenleitung. Von 2009 bis 2011 absolvierte er außerdem ein Betriebswirtschaftliches Masterstudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Vollbach ist Mitglied in drei Aufsichtsräten und im Rat der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Kandidat wurde von der sächsischen Kirchenleitung zur Wahl vorgeschlagen.

Oberlandeskirchenrätin Jördis Bürger: Die sächsische Oberlandeskirchenrätin Jördis Bürger (46) stammt aus Dresden. Seit 2007 ist die promovierte Juristin Mitglied des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes Sachsens. Als Personaldezernentin ist sie zuständig für Dienst- und Arbeitsrecht einschließlich des Versorgungsrechts der Pfarrer, Kirchenbeamten und privatrechtlich Beschäftigten. Seit 2015 ist sie Mitglied der sächsischen Kirchenleitung. Nach einem Sprachaufenthalt in Marseille (Frankreich) begann Bürger 1992 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Technischen Universität Dresden, welches sie mit dem ersten Juristischen Staatsexamen abschloss. Danach absolvierte sie ein Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht Dresden. Nach einer Wahlstation in einer Pariser Rechtsanwaltskanzlei und dem zweiten Examen arbeitete sie von 2000 an als Rechtsanwältin in einer Dresdner Kanzlei. Dort war Bürger im Zivilrechtsreferat mit dem Schwerpunkt Baurecht und Arbeitsrecht befasst. Im Jahre 2005 wechselte Bürger ins Landeskirchenamt, wo sie bis 2007 als juristische Referentin im Dezernat für juristische Grundsatzfragen tätig war. Seit 2008 ist Bürger Mitglied im Rechtsausschuss der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sowie seit 2015 stellvertretendes Mitglied der Kirchenleitung der VELKD. Zudem ist sie Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Bürger ist verheiratet und hat vier Kinder. Sie wohnt mit ihrer Familie in Dresden. Die Kandidatin wurde von der sächsischen Kirchenleitung zur Wahl vorgeschlagen.

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