Sichtbarere Präsenz der Kirchen in der Krise gefordert

Digitale Landessynode beendet: Landesbischof Bilz sieht wichtigen Platz der Kirche in der Gesellschaft – Haushalt ohne Änderungen beschlossen – intensive Diskussion zu Christsein und Rechtsextremismus
epd
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Landessynode, Präsidium, Präsidentin, Bettina Westfeld, Christoph Apitz
Präsidentin und Vizepräsident der Synode, Bettina Westfeld und Christoph Apitz, leiteten die digitale Herbsttagung der Landessynode. © Screenshot

Die sächsische Synode hat sich auf ihrer ersten digitalen Tagung mit dem Thema Rechtsextremismus und Kirche befasst. Die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Dresden legte dazu am Samstag einen Bericht vor. Darin wird zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsextremismus unterschieden. Das Papier, eine Reaktion auf den Rücktritt des sächsischen Bischofs Carsten Rentzing, betont die freiheitlich-demokratische Grundordnung als Basis des gesellschaftlichen und kirchlichen Handelns.

"Eine kirchliche Positionierung in unserem Gemeinwesen verlangt ein Eintreten für den Rechtsstaat", heißt es in dem 19-seitigen Bericht. Zugleich wirbt das Papier für einen respektvollen Umgang.

Christinnen und Christen seien herausgefordert, "nach dem Geist der Rede zu fragen", sagte Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz. Die "Pegida"-Demonstrationen zum Beispiel hätten "nichts mit dem Geist Gottes gemein". Es gelte aber vorsichtig zu sein, "Menschen mit Begriffen zu bezeichnen und sie anzuprangern".

Die Landessynode stimmte zudem zum Abschluss ihrer zweitätigen Digitaltagung dem Haushaltgesetz 2021 ohne Änderungen zu. Der Etat umfasst knapp 225 Millionen Euro und damit elf Millionen Euro weniger als 2020. Aus Kirchensteuern werden 112,7 Millionen Euro erwartet, zehn Prozent weniger als noch 2019. Grund dafür ist auch die wegen der Corona-Krise unsichere wirtschaftlichen Lage.

Der neue Haushalt war bereits zu Jahresbeginn in Kraft getreten, die 80 Synodalen hätten aber Änderungen nachträglich einbringen können. Zugestimmt wurde auch einer Beschlussvorlage, nach der die Gehälter der Pfarrerinnen und Pfarrer in diesem Jahr nicht erhöht werden.

In seinem Bericht vor der Synode rief Bischof Bilz dazu auf, in der Corona-Pandemie optimistisch zu bleiben. Zugleich mahnte er eine sichtbarere Präsenz der Kirchen in der aktuellen Situation an. "Wir nehmen einen wichtigen Platz in der Gesellschaft ein und sollten dort auch Platz nehmen", sagte er. Es gelte, "Stabilität zu geben, wenn alles unsicher ist".

Zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in den Kirchgemeinden sagte Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel: "Es geht kein Weg am Gespräch vorbei". Das Papier sei kein Schlusspunkt, die Debatte müsse weiter geführt werden. Daniel ist Mitautor des Berichts.

"Kirchen stehen nicht außerhalb der Gesellschaft, wir können nicht so tun, als ob Rechtsextremismus und Rechtspopulismus nicht auch in der Kirche Raum greifen", sagte der Leipziger Extremismusforscher Gert Pickel, ebenfalls Mitautor des Textes. Etliche Synodale forderten eine klare Position und Abgrenzung der Kirche zu Rechtsextremismus.

Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz betonte: Die Kirche habe einen Bildungsauftrag und müsse vermitteln "zwischen Sprachlosigkeit und Geschrei". Bedenken am Bericht wurden von Synodalen dahingehend geäußert, dass er nicht differenziert genug sei und "dort aufhöre, wo es spannend wird".

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