Wie die Pfarrernot beheben?

Die Synode suchte Auswege aus dem derzeitigen Pfarrernotstand
Stefan Seidel
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Synode Pfarrernotstand
Zukunft des Pfarrerdienstes in Sachsen: OLKR Margrit Klatte gibt Einblick in die gegenwärtige und künftige Situation der Pfarrstellen in der Landeskirche. © Seidel

Während der Aussprache zum Tätigkeitsbericht des Landeskirchenamtes 2020/21 wurde am späten Nachmittag auf der Synodensitzung intensiv über die Situation zahlreicher unbesetzter Pfarrstellen in der Landeskirche diskutiert. Insgesamt sind derzeit 89 Gemeindepfarrstellen unbesetzt.

Die Synodale Schleinitz beschrieb die Situation unbesetzter Stellen an vielen Orten als dramatisch und fragte an, ob es Konzepte für eine Behebung des empfundenen Pfarrernotstands gebe. Auch der Synodale Staemmler-Michael mahnte die Dringlichkeit von Konzepten für die Zukunft des Pfarrdienstes an. »Die Situation ist die, dass viele Pfarrer auf der letzten Rille laufen.« Hier müsse in den nächsten Jahren etwas passieren. Die zuständige Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte erläuterte, dass die Zahl der derzeitigen Vakanzen deutlich zu hoch sei, sich die Landeskirche allerdings in einem Umbauprozess befinde, in dem berücksichtigt werden müsse, dass bis 2025 die 500 existierenden Pfarrstellen auf 450 reduziert werden müssten. Für die Nachwuchsgewinnung setze man u.a. auf Quereinsteiger, d. h. Menschen, die auf dem zweiten Bildungsweg ins Pfarramt gelangen. Um dem derzeit akuten Pfarrernotstand entgegenzuwirken, wurden Bewerbungen sächsischer Pfarrerinnen und Pfarrer für EKD-Auslandspfarrstellen nicht zugelassen. Um die Zunahme von Burnout-Erkrankungen unter Pfarrerinnen und Pfarrern zu vermeiden, regte Klatte an, dass die Kirchvorstände vor Ort mit den Pfarrern nach Entlastungsmöglichkeiten suchen sollten.

Desweiteren wurde über die Aufarbeitung und Prävention sexuellen Missbrauchs debattiert. Landeskirchenamtspräsident Hans-Peter Vollbach erklärte auf Nachfrage von Synodalen, dass die unabhängige Missbrauchskommission ihre Arbeit aufgenommen und bereits mehrfach getagt habe. Man arbeite an der Erstellung von Musterschutzkonzepten für die Gemeinden, der Umsetzung der EKD-Richtlinien und einen Verhaltenkodex für alle kirchlichen Mitarbeiter.

Der Tätigkeitsbericht 2020/2021 umfasst 119 Seiten und war den Mitgliedern der 28. Landessynode im Vorfeld der Herbsttagung zugeschickt worden. Im Nachgang der Synode wird der Bericht auf der Homepage der EVLKS veröffentlicht.

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