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Was die DDR-Kirche wusste

Von Hartmut Metzger
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Gott hat aufgehört, die selbstverständliche Voraussetzung unseres Denkens und Fühlens zu sein«, schrieb ein Theologieprofessor in den 1980er Jahren in Jena. Es war der Professor für ökumenische Theologie Walter Saft (1926–2010). Er meinte, wer in dieser Spätzeit des atheistisch geprägten Sozialismus noch an Gott glaube, tue das durch eine bewusste persönliche Entscheidung.

Saft schrieb: »Angesichts dieser veränderten Situation ist es naheliegend, über die Frage nach Gott neu nachzudenken. Es genügt in unserer Zeit nicht mehr, die Formel Gott einfach in den Raum zu stellen, sondern wir müssen sagen, was wir meinen, wenn wir das Wort Gott gebrauchen.« Diese Analyse der kirchlichen Situation in der späten DDR trifft nach den neuesten Prognosen für die Kirchenmitgliedschaft inzwischen auf Gesamtdeutschland zu.

Wenn die Kirche nun auch in den westlichen Bundesländern mit einem existenziellen Atheismus rechnen muss, ist es notwendig, das Reden über Gott neu zu buchstabieren. Es mag Zufall sein, dass diese Not kirchlicher Verkündigung vor genau 100 Jahren der Schweizer Gemeindepfarrer Karl Barth (1886–1968) empfunden hat. Jetzt muss die Theologie die 2000 Jahre alte Nachricht von der Auferstehung Jesu in das 21. Jahrhundert übersetzen.

Damals war das Evangelium die Nachricht schlechthin: Sie war aktuell und verständlich, und sie hatte unabsehbare Folgen. Wird diese Kernbotschaft nicht mehr in die Sprach- und Lebenswelt der Menschen heute übersetzt, wird sie unverständlich, was dann wieder Folgen hat. Paulus schrieb schon im ersten Brief an die Korinther: »Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.« Paulus kannte das Problem.

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