Erinnerung an Mauerfall vor 31 Jahren

Vor einem Jahr feierten Zehntausende am Brandenburger Tor den 30. Jahrestag des Mauerfalls vom 9. November 1989. Ein Jahr später ging es sehr viel kleiner zu. An der Mauergedenkstätte wurden die Glocken geläutet und es gab Videobotschaften.
(epd)
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Berliner Mauer, Gedenken, DDR
© Luis Diego Hernández/Unsplash

Mit Videobotschaften und Online-Gedenkveranstaltungen ist am Montag in Berlin an den Mauerfall vor 31 Jahren erinnert worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete den 9. November als einen Schicksalstag der Deutschen. Sie erinnerte im Zusammenhang mit dem Mauerfall an "den Jubel, die überschäumende Freude der Menschen", als sich am Brandenburger Tor und entlang der Berliner Mauer "dieses entsetzliche Bauwerk erst öffnete und es dann fiel".

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nannte in einer Videobotschaft den 9. November 1989 einen Tag der Freude, zu dem aber auch die Erinnerung an die vielen Toten und Opfer der Berliner Mauer gehöre. Die Teilung Berlins und Deutschlands zwischen 1961 und 1989 mit all ihren Folgen sei für die Menschen hierzulande eine bittere Zeit gewesen, "für viele war es eine Zeit voller Schmerzen und Leiden", so Müller.

Müller hob zudem den Mut der DDR-Bürger vor 31 Jahren hervor, "die hartnäckig und friedlich für Freiheit und Demokratie und gegen Unterdrückung und Diktatur gekämpft haben" und die Mauer zum Einsturz brachten. "Die Freiheit ist ein Glück; wir dürfen dennoch nie vergessen, wie zerbrechlich sie ist. Gerade in diesen Tagen ist mir wichtig, daran zu erinnern, dass Freiheit nur gemeinsam mit Verantwortung gedacht werden kann", betonte der Regierende Bürgermeister.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach sich bei einer Veranstaltung im Schloss Bellevue am Montag für einen zentralen Ort aus, an dem die Verdienste der friedlichen Revolution von 1989 gewürdigt werden und der "mehr als ein Denkmal ist". Es sei ihm ein großes Anliegen, "dass wir unser demokratisches Erbe noch sorgfältiger pflegen, dass wir die Orte unserer Demokratiegeschichte neu beleben und dass wir an ihre großen Köpfe erinnern", sagte der Bundespräsident. Die deutschen Freiheitsbewegungen - von der stolzen Tradition der Reichsstädte und den aufständischen Bauern in der frühen Neuzeit bis zu den friedlichen Revolutionären in der DDR - würden im kollektiven Gedächtnis unseres Landes immer noch nicht den Platz einnehmen, der ihnen zustehe und den wir ihnen einräumen sollten, sagte Steinmeier.

Wegen der Corona-Pandemie konnte eine zentrale Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Berliner Mauer in diesem Jahr nicht stattfinden. In einer abgespeckten Version steckten der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, und der Pfarrer der Versöhnungsgemeinde, Thomas Jeutner, am Vormittag Rosen in die Mauer und zündeten Kerzen an. Anschließend läuteten sie gemeinsam die Glocken der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen in der Bernauer Straße. "Der 9. November 1989 ist für uns eine Verpflichtung, jeden Tag an Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu erinnern und für diese freiheitlichen Werte tatkräftig einzutreten und sie zu verteidigen", sagte Klausmeier. Das gelte gerade "in diesen politisch so herausfordernden Zeiten".

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