Festtag zum Jubiläum der Landessynode abgesagt

Nur Festgottesdienst zum Jubiläum 150 Jahre Landessynode – Herbsttagung wegen Corona-Pandemie unter strengen Auflagen
Uwe Naumann
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Synodentagung unter Pandemiebedingungen im April im Haus der Kirche in Dresden. Foto: EVLKS
Synodentagung unter Pandemiebedingungen im April im Haus der Kirche in Dresden. © EVLKS

Angesichts der Pandemie-Entwicklung und der verschärften Corona-Regelungen in Sachsen ist der geplante Festtag zum Jubiläum der sächsischen Landessynode am 14. November abgesagt. Im Rahmen der Herbsttagung der Synode vom 12. bis 15. November in Dresden sei nur noch ein Festgottesdienst mit Landesbischof Tobias Bilz in der Frauenkirche geplant. Das sagte die Präsidentin der Landessynode, Bettina Westfeld, dem SONNTAG auf Nachfrage. Die Festveranstaltung im Dresdner Rathaus mit zahlreichen geladenen Gästen anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Landessynode finde nicht statt. »Wir beschränken uns damit auf die kirchenparlamentarische Arbeit im Plenum und in den Ausschüssen«, so Bettina Westfeld. Die Präsenztagung der 80 Mitglieder der Landessynode finde mit einem strengen Hygiene-Konzept statt sowie unter Ausschluss von Besuchern und Gästen, betonte die Präsidentin.

Die sächsische Staatsregierung hatte am Freitag eine strengere Corona-Schutzverordnung beschlossen. So soll ab 8. November die 2G-Regel in Innenräumen und bei Großveranstaltungen gelten. Damit können nur noch Geimpfte und Genesene etwa in Restaurants und Theater gehen. Für Kirchen, Parlamente und Weihnachtsmärkte gelten Sonderregelungen. Die Landeskirche hatte am Freitag bekräftigt, dass 3G- und 2G-Regelungen für Gottesdienste weiterhin »nicht geeignet« seien. »Der Gottesdienst muss für alle Menschen zugänglich bleiben«, hieß es. Die derzeitige Tagung der VELKD und der EKD war wegen der Corona-Situation und eines »Impfdurchbruchs« kurzfristig vom Präsenztreffen in die digitale Variante verändert worden. »Wir würden so kurzfristig keine digitale Synodentagung auf die Beine stellen können«, sagte Bettina Westfeld.

Schwerpunkte des viertägigen Treffens der Landessynode im Haus der Kirche in Dresden seien die Beratungen zum Haushalt der Landeskirche für 2022, der Bericht des Landesbischofs sowie des Landeskirchenamtes, sagte Bettina Westfeld. Eine größere Diskussion erwarte sie zum Gesetzentwurf über höhere Rücklagen für die »Substanzerhaltung« von kirchlichen Gebäuden. Hintergrund sind stark gestiegene Baupreise in den vergangenen Jahren. Diese sollen künftig bei der Höhe der jährlichen Rücklagen berücksichtigt werden, »um auch fortan die notwendigen Bauvorhaben finanzieren zu können«, heißt es in der Begründung zur Gesetzesvorlage.

Die wirtschaftliche Lage der Landeskirche insgesamt sei stabil, sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses der Landessynode, Till Vosberg, auf Nachfrage. »Da wir einnahmeseitig bisher glimpflich durch die C19-Krise gekommen sind«, hätten die Zuweisungen an die Kirchgemeinden nicht so stark, wie zunächst erwartet, gekürzt werden müssen. »Es ist durchaus denkbar, dass die Synode auch für den Haushalt 2022 der Kirchenleitung nicht folgt und – wie vom Finanzausschuss vorgeschlagen – stattdessen die Zuweisungen an Kirchgemeinden und Kirchenbezirke anhebt, wenn auch nicht auf das Vorkrisenniveau«, so Rechtsanwalt Till Vosberg. Das Rechnungsergebnis für 2020 weist einen Rückgang der Kirchensteuern um rund ein Prozent aus, konkret etwa 1,3 Millionen Euro. Zugleich zeigt der Kassenbericht den starken Einbruch bei den Landeskollekten seit Beginn der Corona-Pandemie. Für den 232 Millionen Euro umfassenden Haushaltsentwurf 2022 wird mit rund 125 Millionen Euro Kirchensteuern gerechnet, rund zwei Millionen Euro mehr als 2020 abgerechnet wurden. Dagegen werden drei Millionen Euro weniger aus dem EKD-Finanzausgleich erwartet. Von den Gesamteinnahmen sollen über vier Millionen Euro in die Haushaltrücklage fließen. Im Corona-Jahr 2020 waren es mehr als zwei Millionen Euro. Mittel- und langfristig werde mit immer weniger Einnahmen aus dem EKD-Finanzausgleich und bei den Kirchensteuern gerechnet, sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses. Deshalb fordere der Ausschuss eine »systematische Erhöhung der Pflichtrücklage«.

Die Tagesordnung für die Herbsttagung war ursprünglich bis in den Montagabend hinein gefüllt. Angesichts der Absage des Festaktes am Sonntag geht Präsidentin Bettina Westfeld von einer Verkürzung aus. »Wir werden hoffentlich dann am Montagnachmittag mit dem üblichen Reisekaffee enden«, sagte sie. Die Plenarsitzungen sollen live im Youtube-Kanal der Landeskirche übertragen werden.

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