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Singen mit Mundschutz geht nicht

Interview mit Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger über die schwierige Situation der Kirchenmusik in Zeiten von Coronavirus und Mund-Nase-Schutz im Gottesdienst.
Uwe Naumann
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Markus Leidenberger, Landeskirchenmusikdirektor, Kirchenmusik
Markus Leidenberger ist Landeskirchenmusikdirektor der Landeskirche Sachsens. © EVLKS

Herr Leidenberger, die Kirchenmusik lebt von Gemeinschaft und Veranstaltungen. Wie lebt die Musik, da beides verboten ist?
Markus Leidenberger:
Der protestantische Gedanke, dass wir uns versammeln, dass auch der Chor und die Bläser Verkündigung darstellen, das ist jetzt alles einer engen Begrenzung und Abstandsregelung unterworfen. Die gewohnte Gemeindepraxis ist unterbrochen und durch Videoveranstaltungen nicht ersetzbar.

Bei der Kirchenmusik kommen die digitalen Möglichkeiten schneller an ihre Grenzen?
Die Videogottesdienste einzelner Gemeinden habe ich positiv empfunden, weil die Internetnutzer aus den Gemeinden ihren Pfarrer und Kantor dann kennen und einen Bezug haben. Es ist schon möglich, über Video Kontakt zu halten, etwa auch beim Einzelunterricht auf Instrumenten. Für Singstimmen oder gar Chöre geht das nicht.

Konzerte, Chortreffen und Musikgruppen bleiben verboten. Wie geht es den freiberuflichen Kirchenmusikern jetzt?
Schon in der Passionszeit sind dutzende Konzerte von Freiberuflern ausgefallen und damit auch ihr Honorar. Der Sächsische Musikrat bemüht sich sehr, für Freiberufler Wege zu ebnen. Auch der Freistaat. Aber Menschen mit geringen Anstellungsumfängen und überwiegend freiberuflicher Tätigkeit fallen durch viele Raster.

Gibt die Landeskirche den Gemeinden Empfehlungen, wie sie mit ausgefallenen Veranstaltungen auf Honorarbasis umgehen sollen?
Die Gemeinden treffen die Entscheidungen selbständig. Wir empfehlen: Erstens zu prüfen, ob ein Ausfallhonorar überhaupt möglich ist; und zweitens zu klären, ob 60 Prozent des geplanten Honorars als Ausfallhonorar gezahlt werden können. Auch wir als Landeskirche prüfen und entscheiden bei unseren Veranstaltungen im Einzelfall.

Nun sind Gottesdienste in kleiner Form wieder möglich. Wie sehen Sie als Kirchenmusiker die neuen Hygiene-Regeln?
Singen ist ein großes Lungenereignis, für Chöre noch mehr als für die Gemeinde. Es wird ja geübt, in den Raum zu singen. Mit Mund-Nasen-Schutz geht das nicht. Die Unsicherheit, wie es insgesamt weitergeht, ist belastend – auch für die Vorbereitung von Veranstaltungen zum Jahresende. Aber ich bin froh und dankbar für die neuen Möglichkeiten. Das Tor geht wieder auf. Solisten sind wieder denkbar, Organisten können spielen

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