»Wir müssen etwas spontaner werden«

Interview mit Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger über die Möglichkeiten der Kirchenmusik unter den neuen Corona-Bedingungen
Uwe Naumann
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Kirchenmusik, Markus Leidenberger
Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger. © EVLKS

Herr Leidenberger, in den Hinweisen der Landeskirche zum Umgang mit der neuen Corona-Schutz-Verordnung ist von der Musik keine Rede. Fällt sie jetzt ganz aus?
Markus Leidenberger: Die landeskirchlichen Hinweise vom 30. Oktober werden bezüglich der Kirchenmusik ergänzt. Für die Kirchenmusik gilt – wie auch für alle Gottesdienste, Veranstaltungen, Gruppen und Kreise – ab jetzt, dass neben der Einhaltung der Abstandsregeln auch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung grundsätzlich erforderlich ist. Das Spielen von Blasinstrumenten ist mit Mund-Nasen-Schutz nicht möglich. Deshalb kann auf Proben der Bläserchöre im November entsprechend der Hinweise der Sächsischen Posaunenmission nur verzichtet werden. Chorsingen mit Abstand und Mund-Nase-Schutz kann nur ein Notbehelf sein, für kurze Gesänge, etwa ein Lied im Gottesdienst. So sind Chorproben derzeit nicht zu empfehlen. Entsprechende Entscheidungen sollen im Einvernehmen von Kirchenvorstand und Kirchenmusikverantwortlichen getroffen werden.

Was können Sie denn empfehlen, was noch geht?
Solistisches Musizieren, etwa auf der Orgel, ist auch weiter möglich und in Gottesdiensten zu empfehlen. Kirchenmusikalische Arbeit mit nichtblasenden Instrumenten kann bei entsprechenden Abständen in kleinster Besetzung noch erwogen werden. Alles, was darüber hinausgeht, muss man infrage stellen. Abgesehen vom Gottesdienst geht ohnehin nichts im November. Öffentliche Konzert-Aufführungen sind unter den jetzigen Bestimmungen nicht möglich.

Wie planen Sie über den November hinaus?
Unsere Sorge ist, wie kann der Dezember sein, wenn der November ausfällt? Da fühle ich mich als Musiker völlig missverstanden: Als ob man im Dezember ein Konzert geben könnte, ohne sich darauf vorzubereiten. Jetzt ist es wichtig, sich als Sänger und Spieler fit zu halten. Jeder müsste zuhause singen und spielen. Vielleicht greifen manche auch wieder auf die Video­formate vom Frühjahr zurück, aber auch das kann nur kurzzeitig eine Lösung sein.

Was denken Sie mit Blick auf Weihnachten?
Ich habe vielen Kollegen gesagt: »Wenn Ihr was plant, ist vielleicht etwas möglich. Aber wenn Ihr nichts plant, dann wird auch nichts möglich sein.« Wir müssen wohl etwas spontaner werden. Aber die Kollegen sitzen jetzt wie auf Kohlen, wann etwas abgesagt werden muss. Über die­se unsichere Situation müssen wir uns klar werden.

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