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Zeigt jetzt euer Herz

Stefan Körner
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Der Mob wütet und schäumt. Im sächsischen Heidenau blockieren Nazis die Zufahrt zu einer Flüchtlingsunterkunft und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei. »Deutschland den Deutschen, Ausländer raus«, skandieren sie, während Anwohner dazukommen und das Schreckliche begaffen. Bilder, die an Anfang der 1990er Jahre erinnern, als Unterkünfte für Asylbewerber im ganzen Land brannten.

Es sind Bilder, die fassungslos machen. Sie gehen Hand in Hand mit Einschüchterungen von Helfern, mit Anschlägen auf Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren und mit Hass im Internet.

Für uns Christen müsste es ein Leichtes sein, sich gegen all das zu engagieren. Jesus selbst hat uns aufgetragen, wie in einer solchen Situation zu handeln ist: »Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen«, sagt er in Matthäus 25, Vers 35 und fährt fort: »Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.«

Doch auch das scheint in christlichen Kreisen beileibe nicht selbstverständlich zu sein. Und es ist auch traurig, immer wieder auf Jesus und unser Christ-Sein verweisen zu müssen. Denn unabhängig des Glaubens und der Weltanschauung ist es ein Gebot der Menschlichkeit, unseren Mitmenschen aus anderen Ländern, die bei uns Hilfe suchen, zur Seite zu stehen und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Jeder Mensch, der seine Menschlichkeit noch nicht zu Grabe getragen hat, muss aufstehen gegen den braunen Mob, gegen die Hetze, gegen den Hass und die Dummheit, die aus alldem spricht. Und an vorderster Stelle müssen alle die, die mit Ernst Christen sein wollen, stehen und sich engagieren. Liebe Geschwister: Zeigt euer Herz!

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45 Lesermeinungen zu Zeigt jetzt euer Herz
Lutz Schuster schreibt:
29. August 2015, 0:03

Lieber Herr Flessing,
als mit Pack usw. hat noch kein Politiker/ kein Fernsehsender die Antifa-Leute oder die bei ihnen mit Stimmung machende Flüchtlinge bezeichnet. Pack sind in Sachsen immer nur die anderen, denen man dann auch noch Rassismus unterstellt.

Es ist ja das merkwürdige, dass man hier die Zusammenrottung von Antifa und den jungen, kräftigen Flüchtlingen, die einen sächsischen Innenminister beschimpfen die dann aber nicht Pack nennt.

Pack sind nur die Anderen, denen es zu viel Zuwanderer sind, oft nur weil sie selbst Arbeitslos sind. Die wenn sie in einigen anderen Länder Europas oder Nordamerika oder selbst in Bayern leben würden, ersten schon arbeitsmäßig bessere Perspektiven hätten und zweiten ist man dort mit solchen Beleidigungen zurückhaltender.

Beobachter schreibt:
29. August 2015, 7:38

Siehe Oben!

Lutz Schuster schreibt:
29. August 2015, 20:52

Unter den Asylbewerbern in der EU sind deutlich mehr Männer als Frauen.
Unter den Flüchtlingen weltweit gibt es diesen Unterschied nicht.
Von den Menschen, die weltweit innerhalb oder außerhalb ihrer Heimat auf der Flucht sind, sind etwa die Hälfte Frauen und Mädchen. Das geht aus den Daten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen hervor.

Es sind vor allen Männer, 17 bis 40 Jährigen Männer, die zu uns kommen, dass man auch Invasion nennen kann und daher die Proteste.
Feige oder verantwortungslos sind aber diese Männer nicht, die ihre Familie im lebensgefährlichen Verhältnisse zu rücklassen, weil es diese Verhältnisse nicht gibt. Nicht in diesen Gebieten wo die meisten her sind, denn dort besteht nur sehr selten Lebensgefahr oder Hunger.
Normal wäre, wie der biblische Flüchtling Abraham, der sein Weib Sarai mit nahm und wie man sonst in der Welt von Flüchtenden spricht.

Mit der Bibel diese Männer, diese Fremden, für immer zu beherbergen müssen rechtfertigen zu wollen, ist aber dann das fast Zynismus. Es kann doch auch jeder den Gegendemonstranten zustimmen, diese Männer immer zu beherbergen, nicht abzuschieben, aber doch nicht mit der Bibel.
L. Schuster

Lutz Schuster schreibt:
30. August 2015, 12:07

Nur damit mich ich hier nicht falsch verstanden werden. Ich finde hier nur Schwarz-Weiß-Denken falsch.
Wenn Menschen einer Kommune bei uns etwas gegen diese massenhafte Zuwanderung haben, es auf den ersten Blick erkennbar ist es sind keine Flüchtlinge sollen sie nicht sofort in eine schwarze Ecke gestellt werden.

Schließlich haben wir eine Demokratie. Ich sage doch auch nichts wenn Kirchen ungeprüft jeden der kommt sich für sein bleiben einsetzt.

Viele katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen haben – zum Teil millionenschwere – Sonderetats für die Betreuung der Asylsuchenden eingerichtet. Dies ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.
Hunderte Unterkünfte wurden zusätzlich bereitgestellt, etwa in Pfarrhäusern, Klöstern, Priesterseminaren, Kinder- und Jugendheimen.
Allein in und um Köln werden mehr als 130 Immobilien der katholischen Kirche von Asylbewerbern bewohnt. Der evangelische Landesbischof von Hannover, Ralf Meister, stellt einen Teil seiner Dienstwohnung für Flüchtlinge zur Verfügung.

Beobachter schreibt:
30. August 2015, 11:14
Beobachter schreibt:
30. August 2015, 13:12
alte Bekannte schreibt:
03. September 2015, 10:01

Prävention zählt: http://www.abgeordneten-check.de/kampagnen/schengen-abkommen-aussetzen/a...
warum sind Grenzsicherungen nur bei Regierungstreffen vonnöten?

Lutz Schuster schreibt:
04. September 2015, 9:17

Lieber Beobachter,
vielleicht haben Sie es noch nicht bemerkt, jetzt wird erst der Graben gezogen. Von denen die hinter unseren Staat (Regierung und Opposition) stehen sowie u.a. unseren Fernsehkommentatoren glauben und sich so immer auf der angeblich guten Seite befinden. Nie Zweifel daran haben, dass die Massenzuwanderung richtig ist, sie uns gesellschaftlich nur gut tun kann und alle anders Denkenden als „Nazischweine“ beschimpft.

Anders Denkenden landen so auf der Grabenseite „Schweine“ . Schon der geringste Zweifel als Sachsen an der gesellschaftlichen Richtigkeit der bundesdeutschen Politik und der Nachbartisch mit Westdeutschen hört mit, sind man für sie „Nazischweine“. Ich kann aus meiner gestrigen tumultartigen Kneipenerfahrungen dazu nur jeden Raten, sich in keiner Gaststätte sich heute noch politisch oder über zu viele wirtschaftliche Zuwanderer zu äußern. Der Nachbartisch hört heute viel mehr mit als in DDR je war.
Auch als Info für Dich, dass man von Nazikeule erst heute sprechen kann.
L. Schuster

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