Hoffnung festhalten

Weltgebetstag: Frauen der ganzen Welt beten am 4. März vor allem auch für den Frieden. Die Impulse kommen dieses Jahr von Frauen aus England, Wales und Nordirland. Sie wollen anderen Mut machen.
Von Birgit Pfeiffer
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Das Internationale Weltgebetstagskomitee mit Delegierten aus Afrika, Asien, Europa, Karibik-Nordamerika, Lateinamerika, Naher Osten und Pazifik. © Foto: World Day of Prayer International Committee, Inc.

Das Motto des Weltgebetstags der Frauen in diesem Jahr heißt »Zukunftsplan: Hoffnung« und könnte zeitgemäßer nicht sein. »Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung«, steht im Buch des Propheten Jeremia im 29. Kapitel, dessen erste 14 Verse dem Weltgebetstags-Motto zugrunde liegen.

Der Länderschwerpunkt gilt dieses Jahr England, Wales und Nordirland. »Zu Beginn der Vorbereitungen waren wir noch mitten im Brexit«, erläutert Elizabeth Burroughs, Präsidentin des Weltgebetstags-Komitees vor Ort im Video-Gespräch mit der Geschäftsführerin des deutschen Komitees, Irene Tokarski. Corona war zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf die Agenda gerückt, ganz zu schweigen vom Krieg in der Ukraine, der in diesen Tagen für viele Menschen und Kirchen weltweit ein dringendes Gebetsanliegen ist. Bei der Vorbereitung ging es dem Komitee darum, »an das Versprechen zu denken, dass die Pläne Gottes für uns erfüllt werden – ganz egal wie die Situation in der Welt gerade ist«, so Burroughs.

Armut, häusliche Gewalt, Einsamkeit und Isolation seien derzeit die wahrscheinlich schwersten Probleme für Frauen, sagt Elizabeth Burroughs. Durch die Corona-Pandemie seien diese noch verschärft worden. Der Anteil der Menschen etwa, die in Großbritannien Essensangebote der Tafeln nutzten, sei um ein Drittel gestiegen, so Burroughs. »Ebenso ist häusliche Gewalt ein größeres Problem geworden. Und auch Einsamkeit, vor allem bei Personen, die ans Haus gebunden sind oder alleine leben.«

Drei Frauen aus Großbritannien kommen in den Gottesdienst-Texten mit ihren Glaubenszeugnissen zu Wort:

Natalie erfuhr als junge Frau Gewalt durch ihren Ehemann. Beinahe verlor sie nach einem Übergriff ihr zweites Kind. In ihrer Not half es ihr, Gott ganz zu vertrauen, trotz allem. »Die Entscheidung hat mein ganzes Leben verändert«, bezeugt sie. Heute leitet sie einen Beratungsdienst gegen häusliche Gewalt und Missbrauch.

Emily wollte Musiklehrerin werden. Doch Hirntumore, die operativ entfernt werden mussten, machten ihre Träume zunichte. Sie verlor ihr Gehör. Obwohl sie dies schon vor der Operation wusste, war es sehr beängstigend, taub aufzuwachen, berichtet sie. »Aber Gott blieb bei mir. Und das machte mir Hoffnung.« Sie erlernte die britische Gebärdensprache und ist nun eine anerkannte Referentin und Autorin.

Lina hat vier Enkelkinder. Ihr Sohn kann nicht arbeiten gehen, seine Frau hat die Familie verlassen. »Wir haben fast kein Geld«, sagt Lina. Sie verzichtete teils selbst auf Essen, um die Enkel ernähren zu können. Hilfe fanden sie bei Menschen der Kirchengemeinde. »Sie haben uns nicht im Stich gelassen. Gott schenkt uns Hoffnung und Zukunft durch die Gemeinde«, so Lina.

Eine der Frauen, die den Weltgebetstag im deutschen Komitee seit Ende 2020 vorbereitet haben, ist Peggy Rühle, Referentin der Frauenarbeit der Landeskirche Sachsens. Sie hat die Texte mit übersetzt und Materialien erarbeitet. »Das gemeinsame Beten am ersten Freitag im März ist sehr wichtig – wenn um den ganzen Globus für die gleichen Anliegen gebetet wird«, sagt sie. »Es ist wie ein Schutzband, das um die Erde gezogen wird.«

Das Weltgebetstagskomitee in Deutschland unterstützt etwa 150 Projekte weltweit. »Aufgrund der Corona-Pandemie hatten wir Sorge, ob genug Spenden, etwa durch Kollekten, eingehen würden, um die Projekte weiter zu finanzieren«, erläutert Rühle. »Am Ende der Woche nach dem Weltgebetstag 2021 kamen dann 600 Seiten Kontoauszüge bei uns an. Bis zum Jahresende gingen 3,1 Millionen Euro aus ganz Deutschland ein, inklusive der Sammelüberweisungen aus den Landeskirchen.« Das sei die höchste Summe aller Zeiten. »Mit so viel Geld hat keiner gerechnet«, sagt sie den Tränen nahe. »Es waren auch Einzelüberweisungen von zwei Euro dabei. Ich möchte mich bei allen sehr herzlich bedanken.« Alle Projekte konnten damit weiter fortgeführt werden.

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Impressionen Lausitz-Kirchentag


  • Görlitz begrüßt an diesem Wochenende zum »Lausitz-Kirchentag« © Steffen Giersch


  • Stark in der Region: Die Sorben, hier in typischer Tracht © Steffen Giersch


  • Mit viel Musik und zahlreichen Angeboten wurde gefeiert © Steffen Giersch


  • Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte zu diesem Anlass Görlitz © Steffen Giersch


  • Tausende Christen nahmen am Lausitz-Kirchentag teil © Steffen Giersch


  • Strahlender Sonnenschein und Hitze beim Lausitz-Kirchentag, die Stimmung blieb oben auf © Steffen Giersch


  • Gestaltet wurde der Lausitz-Kirchentag von der Sächsischen Landeskirche (EVLKS) und der Landeskirche für Berlin-Brandenburg und Schlesische Oberlausitz (EKBO) © Steffen Giersch


  • Tausende Christen nahmen am Lausitz-Kirchentag teil © Steffen Giersch


  • Stark in der Region: Die Sorben, hier in typischer Tracht © Steffen Giersch


  • Spiel, Spaß und Informationen an vielen Ständen und Veranstaltungsorten in Görlitz © Steffen Giersch


  • Spiel, Spaß und Informationen an vielen Ständen und Veranstaltungsorten in Görlitz © Steffen Giersch


  • Musik gehörte natürlich dazu, beim Gottesdienst und zahlreichen kleinen Teilveranstaltungen © Steffen Giersch


  • Spiel, Spaß und Informationen an vielen Ständen und Veranstaltungsorten in Görlitz © Steffen Giersch


  • Am gemeinsamen Stand der sächsischen Kirchenzeitung DER SONNTAG und der Berliner Zeitung DIE KIRCHE© Steffen Giersch


  • Austausch und Informationen boten viele Stände an – die Besucher nahmen das gerne und gut an © Steffen Giersch


  • Auch diakonische Einrichtungen, wie hier die Bahnhofsmission, informierten © Steffen Giersch


  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte Stände © Steffen Giersch


  • Und Ministerpräsident Kretschmer nahm an zahlreichen Gesprächen und Diskussionsrunden teil © Steffen Giersch


  • Spiel, Spaß und Informationen an vielen Ständen und Veranstaltungsorten in Görlitz © Steffen Giersch


  • Familie in Sorbischer Tracht – jede Stadt hat ihre eigene Tracht, die leicht voneinander variiert © Steffen Giersch




  • Austausch und Informationen boten viele Stände an – die Besucher nahmen das gerne und gut an © Steffen Giersch


  • Ministerpräsident Kretschmer nahm an zahlreichen Gesprächen und Diskussionsrunden teil – ein wichtiges Thema in der Region: Der Braunkohleausstieg © Steffen Giersch


  • Auch Bettina Westfeld nahm an der Diskussionsrunde zum Braunkohleausstieg teil © Steffen Giersch


  • Austausch und Informationen boten viele Christen an – die Besucher nahmen das gerne und gut an © Steffen Giersch


  • Am gemeinsamen Stand der sächsischen Kirchenzeitung DER SONNTAG und der Berliner Zeitung DIE KIRCHE© Steffen Giersch

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