Mit oder ohne Waffen?

Von Gerd-M. Hoeffchen
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Gerd-M. Hoeffchen
© privat

Ich konnte der Waffe nicht abschwören. Ich war 19, und die Frage, die mich quälte: Wenn jemand dich oder deine Lieben bedroht – würdest du sie mit Gewalt verteidigen? Alle meine Freunde verweigerten den Kriegsdienst. Das war Anfang der 80er Jahre; die Zeit der Friedensdemos. Ich war dabei, trug Schilder »Schwerter zu Pflugscharen«. Es gab Spottlieder über die Bundeswehr, Soldaten wurden als »Mörder« bezeichnet. Aber am Ende musste auch ich eine Gewissensentscheidung treffen. Und mir wurde klar: Notfalls würde ich zur Waffe greifen. Also ging ich zur Bundeswehr. Seitdem musste ich mich dafür rechtfertigen. Immer wieder. Gerade in kirchlichen Kreisen. Und heute?

Plötzlich müssen sich diejenigen rechtfertigen, die sich zum Pazifismus bekennen. Quasi über Nacht hat der Angriff auf die Ukraine die Friedensethik auf den Kopf gestellt. Plötzlich kann man gar nicht laut genug rufen: Kanzler Scholz, liefere endlich Waffen! Auch die Theologie präsentiert gute Gründe dafür. Man reibt sich die Augen: Warum jetzt dieser plötzliche Schwenk?

Ich könnte mich zurücklehnen und selbstgefällig sagen: Seht ihr, ich habe es doch immer schon gewusst. Wenn es hart auf hart kommt, dann wirst auch du zur Waffe greifen – oder sie deinen Nachbarn liefern. Aber, ganz ehrlich: Auch als jemand, der sich nie als Pazifist verstanden hat, können einem Zweifel kommen. Um es klar zu sagen: Putin ist ein Kriegsverbrecher. Moralisch gesehen muss man der Ukraine beistehen. Aber am Ende lautet die Frage: Was, wenn durch unsere Unterstützung dann alles noch viel, viel schlimmer wird? Insofern sei Verwunderung erlaubt über die Festigkeit, mit der Leitmedien, Politik und viele in den Kirchen die Frage nach Waffenlieferungen plötzlich mit »Ja!« beantworten.

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Impressionen Lausitz-Kirchentag


  • Görlitz begrüßt an diesem Wochenende zum »Lausitz-Kirchentag« © Steffen Giersch


  • Stark in der Region: Die Sorben, hier in typischer Tracht © Steffen Giersch


  • Mit viel Musik und zahlreichen Angeboten wurde gefeiert © Steffen Giersch


  • Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte zu diesem Anlass Görlitz © Steffen Giersch


  • Tausende Christen nahmen am Lausitz-Kirchentag teil © Steffen Giersch


  • Strahlender Sonnenschein und Hitze beim Lausitz-Kirchentag, die Stimmung blieb oben auf © Steffen Giersch


  • Gestaltet wurde der Lausitz-Kirchentag von der Sächsischen Landeskirche (EVLKS) und der Landeskirche für Berlin-Brandenburg und Schlesische Oberlausitz (EKBO) © Steffen Giersch


  • Tausende Christen nahmen am Lausitz-Kirchentag teil © Steffen Giersch


  • Stark in der Region: Die Sorben, hier in typischer Tracht © Steffen Giersch


  • Spiel, Spaß und Informationen an vielen Ständen und Veranstaltungsorten in Görlitz © Steffen Giersch


  • Spiel, Spaß und Informationen an vielen Ständen und Veranstaltungsorten in Görlitz © Steffen Giersch


  • Musik gehörte natürlich dazu, beim Gottesdienst und zahlreichen kleinen Teilveranstaltungen © Steffen Giersch


  • Spiel, Spaß und Informationen an vielen Ständen und Veranstaltungsorten in Görlitz © Steffen Giersch


  • Am gemeinsamen Stand der sächsischen Kirchenzeitung DER SONNTAG und der Berliner Zeitung DIE KIRCHE© Steffen Giersch


  • Austausch und Informationen boten viele Stände an – die Besucher nahmen das gerne und gut an © Steffen Giersch


  • Auch diakonische Einrichtungen, wie hier die Bahnhofsmission, informierten © Steffen Giersch


  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte Stände © Steffen Giersch


  • Und Ministerpräsident Kretschmer nahm an zahlreichen Gesprächen und Diskussionsrunden teil © Steffen Giersch


  • Spiel, Spaß und Informationen an vielen Ständen und Veranstaltungsorten in Görlitz © Steffen Giersch


  • Familie in Sorbischer Tracht – jede Stadt hat ihre eigene Tracht, die leicht voneinander variiert © Steffen Giersch




  • Austausch und Informationen boten viele Stände an – die Besucher nahmen das gerne und gut an © Steffen Giersch


  • Ministerpräsident Kretschmer nahm an zahlreichen Gesprächen und Diskussionsrunden teil – ein wichtiges Thema in der Region: Der Braunkohleausstieg © Steffen Giersch


  • Auch Bettina Westfeld nahm an der Diskussionsrunde zum Braunkohleausstieg teil © Steffen Giersch


  • Austausch und Informationen boten viele Christen an – die Besucher nahmen das gerne und gut an © Steffen Giersch


  • Am gemeinsamen Stand der sächsischen Kirchenzeitung DER SONNTAG und der Berliner Zeitung DIE KIRCHE© Steffen Giersch

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