Plötzlich Krieg

Von Stefan Seidel
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Stefan Seidel
© Steffen Giersch

Wie mit einem Katapult ist Europa plötzlich in die Realität eines Krieges geschleudert worden, die im Bewusstsein der meisten einer überwundenen Zeit angehört. Hilflos und angstvoll wird nun auf die Nachrichtenbilder von rollenden Panzern und fliegenden Bomben geschaut. Und schon wird nach Aufrüstung und Waffenlieferungen gerufen – und dieses auch umgesetzt. Ein Krieg ist niemals nur eine »chirurgische Spezialoperation«, wie das die Verantwortlichen oft deklarieren. Krieg entfesselt einen großen Sog der Zerstörung und birgt in sich den Drang zu immer größerer Eskalation.

In dieser Situation stellt sich die Frage, wie das christliche Friedenszeugnis aussehen kann. Nimmt man die Geschichte von Jesus ernst, der inmitten einer eskalierenden Gewaltsituation seinem Jünger Petrus befahl, nicht das Schwert gegen die Aggressoren zu erheben, sondern es einzustecken und an der Gewaltlosigkeit festzuhalten – mit dem Wort »Wer das Schwert erhebt, wird durch das Schwert umkommen« –, dann hieße das für heute, nicht auf die Logik der Waffen einzuschwenken. Es gilt, den Geist des Friedens präsent zu halten in einer immer stärker gewaltverstrickten Welt. Das geht durch das Beten für Frieden, das vielerorts auch in Sachsen und beim bevorstehenden Weltgebetstag der Frauen praktiziert wird. Und das geht durch Taten: Flüchtlingshilfe, Spenden, Solidarität. Auch wäre es dienlich, sich nicht von den stündlichen Horrornachrichten wegtragen zu lassen, sondern einen bewussten Umgang damit zu pflegen und sich immer wieder auch geistlichen Quellen zuzuwenden. Es gilt, den Blick nicht von der Angst bannen zu lassen, sondern ihn zu erheben auf den, der sagte: »In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.« Und darauf zu vertrauen, dass die Liebe letztlich stärker ist als der Tod.

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