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Sachsen erinnert an Opfer des Nationalsozialismus

In Sachsen wird am Sonntag mit zahlreichen Veranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.
epd
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© Henk van der Steege/unsplash

Bei einer Gedenkfeier im Dresdner Landtag wollen Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landtagspräsident Matthias Rößler (beide CDU) Grußworte halten, wie die Landtagsverwaltung am Dienstag mitteilte. Die Gedenkrede soll demnach der Freiburger Historiker Ulrich Herbert halten. Es werden rund 300 Gäste erwartet.

Am Sonntagabend soll in der Dresdner Gedenkstätte Münchner Platz der NS-Opfer gedacht werden. Am Ort nationalsozialistischer Justiz wurden zwischen 1933 und 1945 etwa 1.300 Justizopfer hingerichtet. Es waren Menschen, die sich dem Nationalsozialismus aktiv und organisiert widersetzten, unter ihnen auch Angehörige tschechischer und polnischer Widerstandsgruppen. Auch Todesurteile der Wehrmachtjustiz oder des Reichsgerichts wurden am Münchner Platz vollstreckt.

Die Stadt Leipzig lädt am Sonntagvormittag alle Bürger an die Gedenkstätte Abtnaundorf ein, wo Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) eine Ansprache halten will. Die Stadtverwaltung stellt kostenlose Shuttlebusse ab dem Neuen Rathaus bereit. Für den späten Nachmittag lädt das Friedenszentrum Leipzig zum Gedenken an der Installation für alle Deportierten am Gleis 24 des Leipziger Hauptbahnhofs ein.

In Chemnitz kommt am Sonntag im Jüdischen Gemeindezentrum der szenische Vortrag mit Musik »Dos lied vnem ojsgehargetn jidischn volk – Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk« zur Aufführung. Er basiert auf einer Bearbeitung von Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann. Die Veranstaltung findet in Kooperation der jüdischen Gemeinde mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und dem Evangelischen Forum statt. Zudem erinnern unter anderem die Städte Pirna, Görlitz, Zwickau und Annaberg-Buchholz mit Gedenkveranstaltungen an die NS-Opfer.

Bereits am 25. Januar ist im nordsächsischen Torgau eine Veranstaltung für die Opfer der Wehrmachtsjustiz geplant. Die Gedenkrede hält Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), die auch Vorsitzende des Stiftungsrates der Sächsischen Gedenkstätten ist.

Der bundesweite Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wurde am 27. Januar 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog festgelegt. An dem Tag jährt sich die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau 1945 durch Soldaten der Roten Armee. In dem Lager wurden während des Zweiten Weltkriegs etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet. Seit 2006 wird an diesem Tag auch weltweit der Opfer gedacht.

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