Urlauberpastoren haben 2020 ein etwas anderes Programm

Julia Fischer und Kristina Tesch (epd)
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© Nord-bei-Nordost/Pixabay

Seit Mitte März sendet Pastorin Bettina Axt Botschaften an ihre Gemeinde eher virtuell aus – als Video oder in Posts und Kommentaren in den sozialen Netzwerken. Denn die 31-Jährige ist Tourismuspastorin auf der Ostsee-Insel Fehmarn. Normalerweise hätte sie jetzt zur Saisoneröffnung viel persönlichen Kontakt zu Urlaubern aus verschiedenen Bundesländern. "Das klappt jetzt auch auf anderen Wegen", sagt sie.

Mit ihren Kollegen sitzt Axt aber natürlich auch zusammen und überlegt: Wie wird Corona unsere Sommerplanung verändern? Sowohl das Programmheft als auch den neuen Gemeindebrief hat sie erst mal noch nicht in Druck gegeben. "Vielleicht wird es das in diesem Jahr auch gar nicht in Papierform geben."

Umso wichtiger ist nun die neue gemeinsame Homepage: Unter www.kirche-fehmarn.de kommen ab sofort alle Ankündigungen und Informationen der vier Gemeinden Bannesdorf, Petersdorf, Burg und Landkirchen zusammen. Diese – bereits vor dem Ausbruch von Corona konzipierte - Seite gilt es nun, mit Inhalten zu füllen.

Mit den Insulanern ist Axt natürlich auch in engem Kontakt – das sei aber immer so. "Auch im Winter gibt es hier ein normales, gutes Gemeindeleben", sagt sie. Derzeit beteiligen sich die Kirchen am Hoffnungsläuten der Nordkirche, und die Pastoren haben alle Kita-Kinder der Insel angeschrieben sowie Senioren in Altenheimen.

Auch kleine Formate wie beispielsweise meditative Angebote sind ein Trost in dieser Zeit, findet Strandpastorin Katharina Gralla, zuständig für die Lübecker Bucht. Pastorin Brigitte Gottuk aus Eckernförde nennt es "Nähe mit Distanz". Eine ihrer Ideen ist der "Spaziergang für die Seele": Mit einer Person macht sie sich auf den Weg und kommt dabei ins Gespräch. Und noch etwas kommt jetzt sicher: Die lang geplante Schäferwagenkirche wird am Strand von Eckernförde aufgestellt. Als "Hoffnungszeichen", sagt Gottuk.

Die große St. Nikolai-Kirche in Burg auf Fehmarn ist täglich geöffnet. Während in einem normalen Sommer 100 bis 200 Besucher täglich kommen, besuchen derzeit immerhin etwa zehn Einheimische pro Tag das Gotteshaus. Pastorin Axt freut sich besonders über den Zusammenhalt unter den Fehmaranern. Als die Eisdielen wieder öffnen durften, seien die Menschen aus Solidarität extra dort hingegangen, obwohl sie inzwischen das eigene Eis im Tiefkühler hatten.

Auch die St. Johannis-Kirche Kühlungsborn (Landkreis Rostock) ist derzeit von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Es liegen kleine Andachten für die Besucher aus, die natürlich den entsprechenden Abstand halten müssen. Pastor Matthias Borchert bietet die "Strandkorbseelsorge" weiterhin an. Man könne die zwei Strandkörbe ja weiter auseinander stellen, sagt er. Borchert wendet sich in diesen Zeiten besonders auch an die, die sonst im Tourismus arbeiten. Darum hat er persönliche Briefe und Mails an die Besitzer der umliegenden Restaurants und Geschäfte geschrieben.

Ab Anfang Mai dürfen nun in einem ersten Schritt Zweitwohnungsbesitzer wieder nach Mecklenburg-Vorpommern (1. Mai) und Schleswig-Holstein (3. Mai) einreisen. Strandpastorin Gralla hofft, dass bald weitere Lockerungen kommen, die Veranstaltungen draußen, mit Mundschutz und mit nicht allzu vielen Menschen möglich machen. "Wir sind als Urlauberkirchen ja Freiluft-erfahren", nennt es Kollegin Axt.

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