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Urlaub auch für arme Kinder

Uwe Naumann
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Sommerferien. Was verbinden Schüler mit diesem Begriff nicht alles für Träume: Abenteuer, Freiheit und Freizeit, faul sein, ausschlafen, Urlaub. Doch viele Kinder und Familien können sich diese Auszeit nicht leisten, denn das Geld dafür fehlt einfach. Auch in Zeiten des Mindestlohns und zurückgehender Arbeitslosigkeit ist das noch so: Die Eltern von rund 1,3 Millionen Kindern in Deutschland beziehen Arbeitslosengeld II.

Da freut sich jeder über Hilfe zur Urlaubsfinanzierung, wie sie die Diakonie mit ihrer Aktion »Kindern Urlaub schenken« anbietet. Bei einem Benefizlauf sind dafür am vergangenen Wochenende hunderte Sportler an den Start gegangen, um Spenden für Kinder in prekären Verhältnissen zu sammeln. Tausende junge Leute haben von dieser Aktion schon profitiert. Denn Urlaub ist wichtig, auch für jene, die zur Schule gehen und sozial manchmal im Abseits stehen. Urlaub stärkt den familiären Zusammenhalt, er schafft Gemeinschaft, bietet Unterbrechung und auch Besinnung.

Urlaub ist etwas, woran man sich gern und lange erinnert. Aber nur, wenn die Urlaubsfinanzierung nicht zur Verzweiflungstat wird, wie bei der Urlaubsunterstützung durch den Freistaat Sachsen: die Finanzierungshilfe für Einkommensschwache erfolgt hier erst nachträglich. Seit Jahren wird diese Praxis kritisiert, doch eine Veränderung gab es – abgesehen von niedrigeren Einkommensgrenzen und weniger Budget – nicht. Wer Pech hat, bei dem sind die potentiellen Zuschüsse nach dem Urlaub schon aufgebraucht, bevor er sie beantragen kann. Dann bekommt er gar nichts.

Im Gegensatz zur Diakonie-Aktion geht diese Regelung vollkommen an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei. Auch hier ist es Zeit für eine Besinnung.

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4 Lesermeinungen zu Urlaub auch für arme Kinder
Gert Flessing schreibt:
16. Juli 2015, 12:22

Ich muss an meine Ferien denken. Es waren die sechziger Jahre. Wir hatten nicht viel Geld. Aber das war auch nicht nötig. Wir Kinder, in unserem Dorf auf den Höhen über dem Oderbruch, wussten uns zu beschäftigen. Wir waren draußen, In der Natur erfanden wir tausend neue Spiele, oder wir lagen am Wasser eines der Seen der Umgebung. Das waren Ziele, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen waren. Weg fahren? "In Urlaub fahren"? Der Sommer war auf dem Land die Zeit der Ernte. Da hatte jeder alle Hände voll zu tun.
Dann, ich war in der 8. Klasse, fuhr ich zum ersten Mal zu einer Rüstzeit mit. Es war nach Neinsedt und wir waren dort in einer Schule untergebracht. Das war billig.
Ja, ich weiß, heute würde das alles nicht mehr den Vorschriften entsprechen. Aber, ich denke, draußen sein, in der Natur sein, könnten Kinder, zumindest, wenn sie im ländlichen Raum leben, auch heute noch. Vielleicht ist es nicht mehr zeitgemäß, ich jedoch erinnere mich gern an diese ungebundene zeit meiner Ferien.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
16. Juli 2015, 15:55

Lieber Gert,
ich erinnere mich auch, daß ich (als Jungscharler/Jungenschaftler?9 in Neinstedt zur Rüstzeit vom Jungmännerwerk war. Ist lange her, weiß nicht, ob wir in einer Schule waren, denke eher auf dem Gelände der Anstalt? Auf jeden Fall war es, wie immer , toll, in froher Gemeinschaft mit klarer Wortverkündigung zu sein!
Gruß
Joachim

Beobachter schreibt:
16. Juli 2015, 18:36

Oh, ich werde alt, die Erinnerungen kommen spät, aber immerhin,...!
Wir waren im Cyriakushaus Gernrode und haben die Neinstädter Anstalten nur besucht!

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